Schimmelschadensanierung durch
Putzsysteme | Kalkputz & Sanierputz

Es gibt unterschiedliche Putze. Je nach Verwendungszweck (Wohnbereich oder Kellerraum) werden unterschiedliche Anforderungen bzw. Eigenschaften an den einzusetzenden Baustoff gestellt.

Wir möchten Ihnen die Funktionsweisen und Einsatzmöglichkeiten der unterschiedlichen Putzsysteme erläutern.

Der Sanierputz als ergänzende Maßnahme

Sanierputze sind Putze für besondere Einsatzbereiche. Sie werden meistens als flankierende Maßnahme zur Sanierung von feuchten und/oder salzbelasteten Mauerwerken eingesetzt. Sie eignen sich darüber hinaus nach der Beseitigung der Feuchteschäden zur Aufnahme von Salzen zur Verhinderung weiterer Schäden durch Salzausblühungen.

Sanierputze sind sehr diffusionsfähig (Wasserdampf durchlässig) und hydrophob (Wasser abweisend) eingestellt. Bei einer entsprechend hohen Luftfeuchtigkeit, wie sie in Wohnbereichen oft auftritt, ist der Sanierputz nicht das Mittel der erstan Wahl.

Der Sanierputz bietet sich nicht als "Waffe" gegen Schimmelbefall an. Die Probleme der Oberflächenfeuchte (Kondensationsfeuchte) werden aufgrund der wasserabweisenden Wirkung häufig noch verstärkt. Für diese Problematik ist der Kalkputz das Mittel der Wahl.

Der Kalkputz als Schimmelschutz

Der Kalkputz ist ein seit Jahrhunderten bewährter Baustoff mit hervorragenden Eigenschaften. Er ist besonders atmungsaktiv und feuchteaufnahmefähig. Für ein gesundes Raumklima (im Wohnbereich) ist er stets das Mittel der ersten Wahl.

Der eingesetzte "Luftkalkputz" ohne Zementzusatz härtet - im Gegensatz zum Sanierputz - nicht hydraulisch aus. Als Bindemittel wird ausschließlich Kalk verwendet.

Neben raumklimatischen Vorteilen gilt der Kalkputz darüber hinaus aufgrund seines relativ hohen PH-Wertes (alkalisch) als natürlicher Schimmelhemmer. Als Anstrich sollten ausschließlich Reinkalkfarben bzw. reine Silikatfarben (jeweils frei von chemischen Zusätzen) verwendet werden. In Ausnahmefällen kann eine Dispersionssilikatfarbe mit 5 % Reinacrylat verwendet werden.

Intelligenter Putz gegen Schimmel

Als intelligenter Putz werden Putzsysteme bezeichnet, die Feuchtigkeit aktiv regulieren, statt sie nur zu überdecken. Anders als herkömmliche Anstriche nehmen sie überschüssige Feuchte aus der Wand auf, speichern sie zwischen und geben sie kontrolliert wieder an die Raumluft ab. Dadurch entzieht der Putz dem Schimmel dauerhaft die Lebensgrundlage – die Ursache wird behandelt, nicht nur das Symptom kaschiert.

Wir setzen intelligenten Putz vor allem dort ein, wo Kellerwände oder Erdgeschossräume durch aufsteigende oder eindringende Feuchtigkeit belastet sind und eine bauliche Abdichtung allein den Schimmel nicht dauerhaft verhindert. In Kombination mit Kalk- oder Sanierputz erzielen wir so ein diffusionsoffenes Gesamtsystem, das Feuchtigkeit reguliert und Schimmel vorbeugt.

Sanierputz oder Kalkputz – was ist der Unterschied?

Beide Putzarten kommen bei feuchte- und schimmelbelasteten Wänden zum Einsatz, unterscheiden sich aber in Aufbau und Wirkweise: Sanierputz hat einen porigen Aufbau, der Salze und Feuchte im Putz speichert, und eignet sich besonders für Wände mit Salzbelastung, etwa nach einem Wassereintritt. Der mehrschichtige Aufbau ist diffusionsoffen, benötigt aber in der Regel eine Grundierung, weshalb die Kosten mittel bis hoch ausfallen. Kalkputz dagegen ist stark alkalisch und hemmt durch seinen hohen pH-Wert das Schimmelwachstum direkt – er eignet sich vor allem für Wände mit wiederkehrendem Schimmelbefall, ist ebenfalls diffusionsoffen, lässt sich aber meist einlagig auftragen und ist dadurch im Aufbau einfacher und in den Kosten moderater.

Genaue Kosten hängen von Fläche, Untergrund und Schadensbild ab – eine Vor-Ort-Einschätzung ist immer sinnvoll.

In der Praxis kombinieren wir häufig beide Systeme: Sanierputz dort, wo Salze im Mauerwerk das Hauptproblem sind, Kalkputz als schimmelhemmende Deckschicht darüber oder auf unbelasteten, aber feuchtegefährdeten Flächen.

Häufige Fragen zu Sanierputz und Kalkputz

Meist liegt die Ursache nicht am Putz, sondern an anhaltender Feuchtigkeit durch eine undichte Bauwerksabdichtung, Wärmebrücken oder falsches Lüftungsverhalten. Kalkputz behandelt das Symptom, nicht die Feuchtequelle – deshalb prüfen wir vor jeder Putzarbeit die eigentliche Ursache.

Oberflächlicher Befall lässt sich vorsichtig entfernen, sollte aber fachlich begutachtet werden, da der Kalkputz selbst intakt bleiben muss und die Ursache identifiziert werden sollte, bevor der Schimmel wiederkommt.